{"id":1635,"date":"2024-12-15T14:19:59","date_gmt":"2024-12-15T13:19:59","guid":{"rendered":"https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/?p=1635"},"modified":"2024-12-15T19:37:52","modified_gmt":"2024-12-15T18:37:52","slug":"was-passiert-in-unserem-kopf-wenn-wir-lesen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/was-passiert-in-unserem-kopf-wenn-wir-lesen\/","title":{"rendered":"Was passiert in unserem Kopf, wenn wir lesen?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wie schafft es unser Gehirn, aus einer Folge von Buchstaben blitzschnell ein Wort nach dem anderen zu entziffern und sofort mit Inhalt zu f\u00fcllen? Schliesslich m\u00fcssen wir jedem Wort eine Bedeutung zuordnen und es in einen Sinnzusammenhang bringen, um das Gelesene richtig zu verstehen.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Das Lesen ist \u2013 evolution\u00e4r gesehen \u2013 eine sehr junge Erfindung<\/h2>\n<p>Erst seit etwa 5-6000 Jahren kann die Menschheit lesen und schreiben. Das ist ein winziger Bruchteil ihrer Gesamtentwicklung. Und erst seit etwa 200 Jahren kann man in den Industriel\u00e4ndern von einer fl\u00e4chendeckenden Alphabetisierung sprechen.<\/p>\n<p>Das bedeutet, dass unser Gehirn im Laufe der Evolution keine besonderen Eigenschaften f\u00fcr das Lesen erworben hat. Wie andere moderne Kulturleistungen, die uns nicht in die Wiege gelegt wurden, m\u00fcssen wir das Lesen m\u00fchsam erlernen.<\/p>\n<p>Beim Lesenlernen wird daher unser Gehirn \u00abbuchst\u00e4blich\u00bb auf den Kopf gestellt. Es muss seine visuellen Verarbeitungssysteme grundlegend umprogrammieren, damit es nicht nur im Alltag, sondern auch in einer Buchstabenwelt zurechtfindet. *\u00b9 Diese F\u00e4higkeit des Gehirns wird auch als Neuroplastizit\u00e4t bezeichnet.<\/p>\n<p>Insbesondere der fusiforme Gyrus (auch \u00abVisual Word Form Area\u00bb, kurz: VWFA) spezialisiert sich beim Lesenlernen auf das effiziente Dekodieren von Zeichen und W\u00f6rtern.<\/p>\n<div id=\"attachment_1637\" style=\"width: 1711px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1637\" class=\"size-full wp-image-1637\" src=\"https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Anatomie-des-kognitiven-Leseprozesses.png\" alt=\"Ein Modell des menschlichen Gehirns, das uns die ersten vier Bereiche des Gehirns zeigt, die am Leseprozess beteiligt sind.\" width=\"1701\" height=\"1068\" srcset=\"https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Anatomie-des-kognitiven-Leseprozesses.png 1701w, https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Anatomie-des-kognitiven-Leseprozesses-300x188.png 300w, https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Anatomie-des-kognitiven-Leseprozesses-1024x643.png 1024w, https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Anatomie-des-kognitiven-Leseprozesses-768x482.png 768w, https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Anatomie-des-kognitiven-Leseprozesses-1536x964.png 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1701px) 100vw, 1701px\" \/><p id=\"caption-attachment-1637\" class=\"wp-caption-text\">Beim Betrachten eines Wortes wird die Sehrinde, auch visueller Kortex (2) genannt, aktiviert, indem elektrische Signale \u00fcber den Sehnerv dorthin geleitet werden. Dort wird eine \u00abneuronale Repr\u00e4sentation\u00bb des visuellen Bildes des Wortes erzeugt. Im zweiten Schritt gelangen diese Informationseinheiten in den VWFA (3), wo durch eine komplexe Mustererkennung Schriftzeichen erkannt werden. Diese werden im Wernicke- und Broca-Areal (4) mit Lautinformationen verkn\u00fcpft und zu Bedeutungstr\u00e4gern verarbeitet. Erst dann erfolgt die Zuordnung von Bedeutungsinhalten, an der eine ganze Reihe von Hirnarealen beteiligt sind. Dieser Prozess l\u00e4uft im normalen Gehirn automatisch innerhalb von 200 &#8211; 300 ms ab. *\u00b2<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Lesen ist kein trivialer Prozess. Er kann er durch viele innere und auch \u00e4ussere Umst\u00e4nde stark beeintr\u00e4chtigt werden. Wie der k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichte Bericht der OECD zeigt, haben auch heute etwa 20 % der Erwachsenen in den Industriel\u00e4ndern erhebliche Leseschwierigkeiten. *\u00b3<\/p>\n<p>Die folgende Grafik verdeutlicht die hohe Komplexit\u00e4t.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Kognitive Prozesse beim Lesen \u2013 Einblicke in die Funktionsweise unseres Gehirns<\/h2>\n<div id=\"attachment_1685\" style=\"width: 1560px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Der-kognitive-Leseprozess_.png\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1685\" class=\"wp-image-1685 size-full\" src=\"https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Der-kognitive-Leseprozess.png\" alt=\"Das Diagramm zeigt, wie die visuelle Wahrnehmung von lesbaren Inhalten in acht Schritten von ihrer Wahrnehmung im Auge \u00fcber eine Dekodierung in Zeichen und Bedeutungen bis zur Speicherung der relevanten Informationen im Langzeitged\u00e4chtnis verarbeitet wird.\" width=\"1550\" height=\"690\" srcset=\"https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Der-kognitive-Leseprozess.png 1550w, https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Der-kognitive-Leseprozess-300x134.png 300w, https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Der-kognitive-Leseprozess-1024x456.png 1024w, https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Der-kognitive-Leseprozess-768x342.png 768w, https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Der-kognitive-Leseprozess-1536x684.png 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1550px) 100vw, 1550px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1685\" class=\"wp-caption-text\">Der Leseprozess l\u00e4uft in mehreren Phasen ab und beansprucht fast alle Bereiche unseres Gehirns. Das fl\u00fcssige Lesen eines l\u00e4ngeren Textes erfordert daher unsere volle Aufmerksamkeit.<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die analogen Reize unseres Auges werden zun\u00e4chst in elektrische Signale und diese wiederum in verarbeitbare Informationseinheiten umgewandelt. (Phase <strong>1<\/strong> und <strong>2<\/strong> im Diagramm)<\/p>\n<p>Diese werden dann mit bekannten Informationen aus dem Langzeitged\u00e4chtnis verglichen und mit anderen W\u00f6rtern und S\u00e4tzen im Text verkn\u00fcpft. Dabei m\u00fcssen verschiedene Wortbedeutungen und grammatikalische Regeln ber\u00fccksichtigt werden (entspricht den Phasen <strong>3<\/strong> bis <strong>6<\/strong>).<\/p>\n<p>Beeindruckend ist die Verarbeitungsgeschwindigkeit unseres Gehirns. Bei ge\u00fcbten Lesern dauert der komplette Durchlauf dieser sechs Phasen nicht l\u00e4nger als 200-300 ms, wobei sie sich st\u00e4ndig wiederholen und \u00fcberlappen. Nur so ist fl\u00fcssiges Lesen m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Ein ge\u00fcbter Leser kann auf diese Weise ca. 400 W\u00f6rter pro Minute lesen, d.h. er verarbeitet ca. sechs W\u00f6rter in einer Sekunde. Dies ist nur m\u00f6glich, weil unser Gehirn Konzepte entwickelt hat, die es ihm erm\u00f6glichen, Muster und W\u00f6rter effizient zu identifizieren, siehe nachfolgende Abbildung:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_1691\" style=\"width: 1363px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1691\" class=\"wp-image-1691 size-full\" src=\"https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Ganzworterkennung-1.svg\" alt=\"Die Lesbarkeit von W\u00f6rtern h\u00e4ngt nicht sehr stark von der exakten Reihenfolge ihrer inneren Buchstaben ab. Solange die ersten und letzten Buchstaben eines Wortes korrekt sind, kann das Gehirn W\u00f6rter trotz der Vertauschung der inneren Buchstaben effizient identifizieren. Dieses Ph\u00e4nomen wird oft herangezogen, um zu veranschaulichen, wie unser Gehirn Sprache verarbeitet.\" width=\"1353\" height=\"483\" \/><p id=\"caption-attachment-1691\" class=\"wp-caption-text\">Unser Gehirn versucht, seine Aufgaben stets mit maximaler Effizienz zu erledigen und seine kognitiven Ressourcen so wenig wie m\u00f6glich zu belasten. Der hier veranschaulichte \u00abSeriale Positionseffekt\u00bb spielt nicht nur bei der effizienten Worterkennung, sondern auch beim effizienten Abspeichern von Informationen in unserem Ged\u00e4chtnis eine wesentliche Rolle. *<sup>9<\/sup><\/p><\/div>\n<h4>Wir lesen also nicht einzelne Buchstaben &#8230;<\/h4>\n<p>&#8230; sondern in der Regel m\u00f6glichst ganze W\u00f6rter oder zumindest 3-4 Buchstaben gleichzeitig. Dabei springen wir in sogenannten \u00abSakkaden\u00bb von einer \u00abFixation\u00bb zur n\u00e4chsten, was etwa einem kognitiven Verarbeitungszyklus entspricht (200-300 ms).<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1659 size-full\" src=\"https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Das-Auge-springt-beim-Lesen.svg\" alt=\"Das Auge springt beim Lesen von einer Fixation zur n\u00e4chsten.\" \/><\/p>\n<div id=\"attachment_1704\" style=\"width: 570px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1704\" class=\"wp-image-1704 size-full\" src=\"https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Sakkade-Fixation-Regression.svg\" alt=\"Hier ist eine Simulation eines Eyetrackings.das heisst eine Aufnahme des sich bewegenden Fokuspunktes des Auges zu sehen.\" width=\"560\" height=\"226\" \/><p id=\"caption-attachment-1704\" class=\"wp-caption-text\">Hier ist eine Simulation eines Eyetrackings (Aufnahme des Fokuspunktes des Auges), die zeigt, wie sich der Fokus des Auges beim Lesen eines Textes bewegt. Die Kreise markieren die scharf gesehenen Bereiche w\u00e4hrend jeder Fixation, die gestrichelten Linien stellen die Sakkaden dar \u2013 schnelle Augenbewegungen zwischen den Fixationen \u2013 und die durchgezogenen Linien kennzeichnen Regressionen, also R\u00fcckbewegungen des Auges zu vorherigen Textstellen. Wenn das Gehirn ganz W\u00f6rter erkennt, sind die Spr\u00fcnge weiter, falls nicht, umfassen sie etwa eien Silbe (3\u20134 Buchstaben).<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Unser Auge nimmt aber jeweils einen gr\u00f6sseren Bereich wahr als diese 3-12 Buchstaben. Diesen Bereiche nennt man <strong>\u00abPeriphere Region\u00bb<\/strong> und er umfasst ungef\u00e4hr das vorangehende Wort, die n\u00e4chsten 5\u20136 W\u00f6rter sowie die n\u00e4chste Zeile. Dieser visuelle Kontext wird zwar nicht bewusst \u00abgelesen\u00bb, aber hilft dem Gehirn, sich auf die n\u00e4chste Fixation vorzubereiten. Untersuchungen belegen zudem, dass das Gehirn in diesen Bereich zum Teil W\u00f6rter wahrnimmt, welche es zur \u00abKontextualisierung\u00bb miteinbezieht. *<sup>4<\/sup><\/p>\n<div id=\"attachment_1707\" style=\"width: 1130px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1707\" class=\"wp-image-1707 size-full\" src=\"https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Visuelles-Wahrnehmungsfeld-beim-Lesen-1.png\" alt=\"Periphere Region \u2013 in der Mitte die kleine foveale Region, welche ja nach Schriftgr\u00f6sse und Betrachtungsabstand ungef\u00e4hr 4-7 Buchstaben umfasst.\" width=\"1120\" height=\"608\" srcset=\"https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Visuelles-Wahrnehmungsfeld-beim-Lesen-1.png 1120w, https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Visuelles-Wahrnehmungsfeld-beim-Lesen-1-300x163.png 300w, https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Visuelles-Wahrnehmungsfeld-beim-Lesen-1-1024x556.png 1024w, https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Visuelles-Wahrnehmungsfeld-beim-Lesen-1-768x417.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1120px) 100vw, 1120px\" \/><p id=\"caption-attachment-1707\" class=\"wp-caption-text\">Das w\u00e4hrend einer Fixation wahrgenommene Feld kann in drei Bereiche geteilt werden: in eine kleine \u00abfoveale\u00bb Region von etwa 1 Grad Radius um den Fixationspunkt, einen \u00abparafovealen\u00bb Bereich bis zu 5 Grad und eine dar\u00fcber hinausgehende \u00abPeriphere Region\u00bb. In jeder dieser drei Regionen k\u00f6nnen wir unterschiedlich scharf sehen. Am sch\u00e4rfsten sehen wir in der Fovea. Dort erkennen wir 4-7 Buchstaben. Je weiter wir uns von der Fovea entfernen, desto unsch\u00e4rfer wird das Bild. Dennoch verarbeitet das Gehirn auch Informatioen, die in der Peripherie liegen. Es nimmt wahr, vor sich das Zeilenende und ggf. auch der Anfang der n\u00e4chsten Zeile befindet und kann dar\u00fcber die Sakkaden zielgerecht steuern.<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Treten bei der Verarbeitung Schwierigkeiten auf (die vielf\u00e4ltiger Natur sein k\u00f6nnen), springt das Auge zur\u00fcck und wiederholt die Erfassung der vorherigen Zeichen, man spricht von einer \u00abRegression\u00bb.<\/p>\n<p>Unbekannte W\u00f6rter lesen wir uns automatisch still vor (phonologische Schleife*<sup>5<\/sup>), um sie besser zu verstehen. Zudem werden \u00e4hnliche W\u00f6rter aus dem Langzeitged\u00e4chtnis hinzugezogen, um die Bedeutung kombinatorisch zu erschliessen. Dabei bezieht unser Gehirn den gesamten vorhandenen Kontext des Textes (Thema, Intention, bereits erfasste Informationen) mit ein, um die wahrscheinlichste Bedeutung zu konstruieren. Dies geschieht teils unbewusst, teils bewusst.<\/p>\n<p>Die beim Lesen gewonnenen Informationen (Bedeutungen, Zusammenh\u00e4nge, Assoziationen) werden in unserem Kurzzeitged\u00e4chtnis gesammelt und parallel dazu zu S\u00e4tzen und Gedanken verarbeitet, die anderen Hirn-Arealen zur Verf\u00fcgung stehen und dort weiterverarbeitet werden (Phase <strong>7<\/strong> im Diagramm).<\/p>\n<p>Letztendlich wird eine \u00abSynthese\u00bb davon in unserem Ged\u00e4chtnis gespeichert, je nachdem, wie wichtig das Gehirn diese Informationen f\u00fcr uns einsch\u00e4tzt. (siehe Phase <strong>8<\/strong> im Diagramm)<\/p>\n<p>Deshalb erinnern wir uns in der Regel nicht Wort f\u00fcr Wort an das, was wir gelesen haben. Nur sehr wenige Menschen (z.B. Menschen mit einem fotografischen Ged\u00e4chtnis) oder unser Kurzzeitged\u00e4chtnis k\u00f6nnen dies &#8211; aber nur f\u00fcr etwa 20 bis 40 Sekunden, dann verschwinden die dort gespeicherten Informationen.<\/p>\n<p>Interessant ist die Tatsache, dass Schriftzeichen im Gehirn in der Regel mit phonologischen Informationen verkn\u00fcpft oder sogar phonetisch \u00fcbersetzt werden, bevor ihnen eine Bedeutung zugewiesen wird \u2013 im Gegensatz zu Symbolen oder Bildern, denen direkt Bedeutungen zugeschrieben werden.<\/p>\n<p>Diesen Umstand macht sich auch die Werbung zunutze, wenn sie uns suggestiv Assoziationen vermitteln m\u00f6chte. In diesem Fall werden Bilder bevorzugt eingesetzt, da sie weniger verarbeitet werden m\u00fcssen und daher kaum kritisch hinterfragt werden. Bei der Rezeption eines Bildes sind wesentlich weniger Hirnareale beteiligt als beim Lesen.<\/p>\n<p>Untersuchungen zeigen, dass wir bei exakt gleicher Aussage eine Textinformation wesentlich kritischer als eine Bildinformation gegen\u00fcberstehen.*<sup>6<\/sup> Eine Ausnahme bilden W\u00f6rter, die eher als \u00abZeichen\u00bb wahrgenommen werden, wie z.B. <strong>PEACE<\/strong> oder <strong>LOVE<\/strong>. Aus diesem Grund sind viele Slogans sehr kurz, so wie beispielsweise der von McDonald&#8217;s: \u00abIch liebe es\u00bb Diese kurzen, eing\u00e4ngigen Codes schaffen es, \u00abunverarbeitet\u00bb in uns einzudringen und damit suggestiv zu wirken. *<sup>7<\/sup><\/p>\n<p>Es ist zwar m\u00f6glich, W\u00f6rter auch ohne phonologische Information zu verarbeiten, z.B. beim Lesen einer Abk\u00fcrzung oder eines fremdsprachigen Textes, dessen Aussprache man nicht kennt, aber diese Verarbeitung ist wesentlich fehleranf\u00e4lliger und kognitiv anstrengender.<\/p>\n<p>Daher macht es beim Lesen eines Textes, den man auch aussprechen kann, keinen grossen Unterschied, ob man schreibt: \u201eIch maistere die Aufgabe\u201c oder \u201eIch meistere die Aufgabe\u201c, da man sich selbst innerlich zuh\u00f6rt und Rechtschreibfehler automatisch korrigiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Die Schl\u00fcsselrolle des Kurzzeitged\u00e4chtnisses<\/h2>\n<p>Menschen mit kognitiven Lese-Beeintr\u00e4chtigungen weisen sehr h\u00e4ufig eine verminderte Kapazit\u00e4t des Kurzzeitged\u00e4chtnisses auf \u2013 sei es aufgrund einer langsameren Verarbeitungsgeschwindigkeit, einer k\u00fcrzeren Ged\u00e4chtnisspanne oder einer geringeren Speicherkapazit\u00e4t. *<sup>8<\/sup><\/p>\n<p>Aber auch eine Ablenkungen, sensorische St\u00f6rungen oder eine langsame Lesegeschwindigkeit aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse oder geringer Lesekompetenz f\u00fchren dazu, dass die verf\u00fcgbaren kognitiven Ressourcen, insbesondere das Arbeitsged\u00e4chtnis, nicht optimal genutzt werden k\u00f6nnen. Dies f\u00fchrt zu einer eingeschr\u00e4nkten Leseleistung, h\u00e4ufig zu einem verminderten Textverst\u00e4ndnis sowie zu Erm\u00fcdungserscheinungen.<\/p>\n<p>Das menschliche Kurzzeitged\u00e4chtnis funktioniert \u00e4hnlich wie der Arbeitsspeicher eines Computers: Daten, die verarbeitet werden sollen, werden geladen, verkn\u00fcpft, verglichen, gefiltert, bewertet, um schliesslich dauerhaft gespeichert oder verworfen zu werden.<\/p>\n<p>Dabei hat das menschliche Kurzzeitged\u00e4chtnis keine scharfe Grenze oder exakte Bitzahl. Vielmehr gibt es ein zentrales Verarbeitungszentrum und nach aussen hin einen auslaufenden Bereich, welcher immer unsch\u00e4rfer bzw. unspezifischer wird.<\/p>\n<p>Man kann sich das wie einen Tisch mit Karten vorstellen, auf welchem in der Mitte die relevanten Karten liegen, umgeben von einem Bereich mit vielen weiteren Karten, die bei Bedarf hinzugezogen werden k\u00f6nnen. St\u00e4ndig treffen neue Karten ein und werden mit den auf den Tisch liegenden verglichen, wobei nicht relevante Karten zur Seite geschoben oder ganz vom Tisch entfernt werden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1651\" src=\"https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Menschliches-Arbeitsgedaechtnis-1.png\" alt=\"Unser Arbeitsspeicher im Gehirn \u00e4hnelt ein Tisch mit Karten, welcher st\u00e4ndig neu gemischt wird.\" width=\"2688\" height=\"1792\" srcset=\"https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Menschliches-Arbeitsgedaechtnis-1.png 2688w, https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Menschliches-Arbeitsgedaechtnis-1-300x200.png 300w, https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Menschliches-Arbeitsgedaechtnis-1-1024x683.png 1024w, https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Menschliches-Arbeitsgedaechtnis-1-768x512.png 768w, https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Menschliches-Arbeitsgedaechtnis-1-1536x1024.png 1536w, https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Menschliches-Arbeitsgedaechtnis-1-2048x1365.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2688px) 100vw, 2688px\" \/><\/p>\n<p>Beim Lesevorgang geht man davon aus, dass ein ge\u00fcbter Leser etwa sieben Informationseinheiten (siehe auch: \u00ab<a href=\"https:\/\/de.ryte.com\/wiki\/Millersche_Zahl\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Millersche Zahl<\/a>\u00bb) bildlich gesprochen in der Mitte seines \u00abSpielfeldes\u00bb liegen hat, die er mit Dutzenden weiteren aus seinem kontextualen Kurzzeitged\u00e4chtnis oder unz\u00e4hligen aus dem Langzeitged\u00e4chtnis (also dem bereits Gelernten) in Beziehung setzen kann.<\/p>\n<p>Diese Informationseinheiten d\u00fcrfen wir uns aber nicht nur als blosse Buchstaben oder Zeichen vorstellen, sondern als komplexe, vielschichtige Informationseinheiten, in denen auch Beziehungen zu anderen Informationseinheiten, also komplexe Assoziationen, mitgespeichert sind. Alle Relationen werden st\u00e4ndig auf ihre \u00abBedeutungsrelevanz\u00bb hin untersucht und entsprechend priorisiert, angepasst oder verworfen.<\/p>\n<p>Folglich ist es nicht \u00fcberraschend, dass der biologische Textverarbeitungsprozess als Grundlage f\u00fcr die Entwicklung maschineller neuronaler Netze diente. Die Funktionsweise dieser Netze ist \u00e4hnlich wie die ihrer biologischen Vorbilder. Bei Betrachtung der Konzepte der in unseren Sprach-KIs verwendeten Transformer-Modelle wird ersichtlich, dass auch diese Modelle den vor- und nachliegenden Kontext eines Wortes ber\u00fccksichtigen und alle sich daraus ergebenden Zusammenh\u00e4nge in einer mehrdimensionalen Matrix speichern, deren Relevanz durch das Netzwerk st\u00e4ndig neu gewichtet wird. *<sup>9<\/sup><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Wie Design die kognitive Verarbeitung positiv beeinflusst<\/h2>\n<p>Die kognitive Verarbeitung visueller Informationen beruht auf dem Erkennen von Strukturen und Mustern und deren korrekter Interpretation. Da es bei dieser konplexen Verarbeitung zu St\u00f6rungen oder Fehlinterpretationen kommen kann, die fatale Folgen haben k\u00f6nnen, ist eine Auseinandersetzung mit den Grundlagen dieses Wahrnehmungsprozesses gerade f\u00fcr Designer sehr sinnvoll.<\/p>\n<p>So spielt auch bei der Rezeption der meisten visuellen Kulturg\u00fcter das Design, also das Aussehen der Dinge, eine zentrale Rolle. Es beeinflusst massgeblich, wie unser Gehirn visuelle Informationen wahrnimmt und verarbeitet.<\/p>\n<p><strong>Ein Beispiel:<\/strong> Wir Menschen \u2013 aber auch viele Tiere \u2013 sind in der Lage, die Anzahl von Objekten intuitiv zu erkennen, ohne sie explizit z\u00e4hlen zu m\u00fcssen. Man spricht hier von \u00ab<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Subitizing\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Subitizing<\/a>\u00bb*<sup>10<\/sup><\/p>\n<p>Beim Subitizing (deutsch: Simultanerfassung) spielt die Anordnung, d.h. die visuelle Form eine grosse Rolle. Bei einer eher ungeordneten Anordnung liegt die Subitizing-Grenze bei etwa vier Objekten, bei geordneten (z.B. b\u00fcndig\/symmetrischen) ungelernten Strukturen bei etwa <strong>9<\/strong> und bei geordneten, bekannten Strukturen in Einzelf\u00e4llen sogar bei <strong>16<\/strong>. Das \u00abDesign\u00bb der Objekte steigert die kognitive Aufnahmekapzit\u00e4t in diesem Fall um ein Mehrfaches. Diese Tatsache kommt uns bei der Erkennung von Schriftzeichen sehr zugute.<\/p>\n<div id=\"attachment_1726\" style=\"width: 1379px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1726\" class=\"wp-image-1726 size-full\" src=\"https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Subitizing.svg\" alt=\"Zwei Gruppen mit Punkten - links acht ungeordnete und rechts neun geordnete in einem Raster von 3x3 Objekten.\" width=\"1369\" height=\"467\" \/><p id=\"caption-attachment-1726\" class=\"wp-caption-text\">Die meisten Menschen erkennen auf Anhieb, dass es sich bei der rechten Anordnung um 9 Objekte handelt. Sie m\u00fcssen dabei nicht z\u00e4hlen. Bei der linken Anordnung sind es nur 8 Objekte. Jedoch m\u00fcssen die meisten Menschen hier \u00abz\u00e4hlen\u00bb. Dieses Beispiel zeigt eindr\u00fccklich die Wirkung der Gestaltung auf den Wahrnehmungsprozess.<\/p><\/div>\n<p>Die kognitive Verarbeitung visueller Informationen, die sich weitgehend evolution\u00e4r entwickelt hat, folgt zahlreichen wahrnehmungspsychologischen und neurobiologischen Prinzipien. Diese F\u00e4higkeiten erm\u00f6glichen es uns, komplexe visuelle Szenarien sehr schnell zu erfassen und daraus Bedeutungen abzuleiten. In der Vergangenheit war dies vor allem wichtig, um Gefahren zu erkennen und ihnen auszuweichen. Heute tragen diese F\u00e4higkeiten weiterhin zur schnellen Informationsverarbeitung bei \u2013 sei es beim Autofahren, in der Arbeitswelt oder bei der Navigation durch digitale Benutzeroberfl\u00e4chen.<\/p>\n<p>Kognitionswissenschaftler haben in den letzten Jahrhunderten zahlreiche Ph\u00e4nomene und Gesetze entdeckt, die unsere Wahrnehmung, Kommunikation sowie unser Denken und Urteilen stark beeinflussen. Dazu geh\u00f6ren, wie oben bereits erw\u00e4hnt, die \u00abMillersche Zahl\u00bb, der \u00abSerieller Positionseffekt\u00bb*<sup>11<\/sup>, die Gestaltgesetze*<sup>12<\/sup>, aber auch eine Reihe von kognitiven Verzerrungen, wie die <strong>Ebbinghaus T\u00e4uschung<\/strong>:<\/p>\n<div id=\"attachment_1721\" style=\"width: 756px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1721\" class=\"wp-image-1721 size-full\" src=\"https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Ebbinghaus-Taeuschung-1.svg\" alt=\"Ebbinghaus Ta\u0308uschung\" width=\"746\" height=\"379\" \/><p id=\"caption-attachment-1721\" class=\"wp-caption-text\"><strong>Welcher der beiden orangen Kreise ist gr\u00f6sser?<\/strong> Erstaunlicherweise sind die beiden orangen Kreise gleich gross! Siehe diesbez\u00fcglich: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ebbinghaus-T%C3%A4uschung\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Wikipedia<\/a><\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr UX\/UI-Designer ist es essenziell, diese Wahrnehmungsprinzipien zu ber\u00fccksichtigen, um Interfaces zu gestalten, die intuitiv nutzbar sind und die kognitiven Ressourcen der Nutzer effizient nutzen.<\/p>\n<p>Auf die kognitiven Verzerrungen werde ich in einem sp\u00e4teren Blogeintrag noch n\u00e4her eingehen. Im Folgenden m\u00f6chte ich mich vor allem auf die Faktoren konzentrieren, die den Leseprozess unterst\u00fctzen. In der nachfolgenden Grafik wird deutlich, dass verschiedene Faktoren an unterschiedlichen Stellen des komplexen Verarbeitungsprozesses wirken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Der-kognitive-Leseprozess-Einflussfaktoren_.svg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1642 size-full\" src=\"https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Der-kognitive-Leseprozess-Einflussfaktoren.svg\" alt=\"Einflussfaktoren auf den kognitiven Leseprozess\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die visuellen Bedingungen, der Wahrnehmungskontext sowie die Beschaffenheit der Zeichen haben einen grossen Einfluss auf die Verarbeitung. Optimale Bedingungen erleichtern den Prozess und tragen zum Verst\u00e4ndnisaufbau bei.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Optimale Typographie f\u00fcr bessere Lesbarkeit<\/h2>\n<p>F\u00fcr das Erkennen von Zeichen und W\u00f6rtern spielt vor allem die <strong>Mikrotypografie<\/strong>, also das Aussehen und der Abstand der Buchstaben, eine grosse Rolle. Dies ist f\u00fcr eine fl\u00fcssige Rezeption sehr wichtig, damit das Auge den Text ungest\u00f6rt scannen kann und das Gehirn keine unn\u00f6tigen Kapazit\u00e4ten f\u00fcr die Steuerung des Auges ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>Schriftzeichen m\u00fcssen vor allem deutliche Unterscheidungsmerkmale aufweisen, um intuitiv und automatisch erkannt zu werden. Leider gibt es viele Schriften mit grossen M\u00e4ngeln, siehe nachfolgende Abbildung:<\/p>\n<div id=\"attachment_1736\" style=\"width: 1390px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1736\" class=\"wp-image-1736 size-full\" src=\"https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Reduzierte-Lesbarkeit-bei-zuviel-Homogenitaet-1.svg\" alt=\"Einige Schriftfamilien weisen bei einzelnen Schriftzeichen kaum Unterscheidungsmerkmale auf. Kandidaten f\u00fcr Verwechslungen sind das grosse i, das kleine L, die 1 sowie das O und die 0.\" width=\"1380\" height=\"749\" \/><p id=\"caption-attachment-1736\" class=\"wp-caption-text\">Gerade der obere Teil der Buchstaben hilft Lesern, ganze W\u00f6rter \u00absimultan\u00bb zu dekodieren &#8211; solange keine Grossbuchstaben oder keine ungeeigneten Schriften verwendet wurden.<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Satzausrichtungen wie Blocksatz (mit unterschiedlich grossen Abst\u00e4nden zwischen den W\u00f6rtern) oder mittelaxialer bzw. rechtsb\u00fcndiger Satz (bei dem das Auge bei jedem Zeilensprung die neue horizontale Position des Zeilenanfangs suchen muss) erschweren den Leseprozess erheblich.<\/p>\n<p>Auch die Verwendung von GROSSBUCHSTABEN verlangsamt die Verarbeitungsgeschwindigkeit. Bei sehr langen Passagen um mehr als das Doppelte, da Grossbuchstaben aufgrund ihrer zweizeiligen Struktur (Kleinbuchstaben haben eine vierzeilige Struktur) zu homogen sind und der kognitiven Mustererkennung zu wenig Unterscheidungsmerkmale bieten. Siehe dazu die folgende Abbildung.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1663\" src=\"https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Grossbuchstabe-vs-Kleinbuchstaben-1.svg\" alt=\"Vergleich Grossbuchstaben Kleinbuchstaben\" \/><\/p>\n<p>Aufgrund fehlender Unterscheidungsmerkmale (gleiches Formprinzip, gleiche H\u00f6he) m\u00fcssen S\u00e4tze in Grossbuchstaben praktisch buchstabiert werden. Pro Fixation k\u00f6nnen nur ca. 2-3 Grossbuchstaben erkannt werden. Eine Ganzworterkennung ist praktisch nur bei Abk\u00fcrzungen wie z.B. ARD, DFB m\u00f6glich. Beim Lesen von W\u00f6rtern in gemischter Schreibweise (d.h. Klein- und Grossbuchstaben) ist unser Gehirn dagegen in der Lage, fast alle bekannten W\u00f6rter in einer \u00abGanzworterkennung\u00bb zu erfassen.<\/p>\n<div id=\"attachment_1734\" style=\"width: 1390px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1734\" class=\"wp-image-1734 size-full\" src=\"https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-content\/uploads\/2024\/12\/Grossbuchstaben-vs-Kleinbuchstaben-3.svg\" alt=\"Vergleich der Fixationspunkte und Sakkaden zwischen gross- und kleingeschriebenen Texten\" width=\"1380\" height=\"347\" \/><p id=\"caption-attachment-1734\" class=\"wp-caption-text\">Beim Lesen von Grossbuchstaben ben\u00f6tigen wir viel mehr Fixationspunkte als beim Lesen von Kleinbuchstaben. Daher ist das Lesen von VERSAL-S\u00e4tzen (ja so heissen die) f\u00fcr die meisten Menschen in unserer reiz\u00fcberfluteten Welt zu anstrengend. Einzelne W\u00f6rter (max. drei) als Label oder Kategoriebezeichnung sind in Ordnung, aber bitte niemals mehrzeilig setzen!<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Damit Texte gut lesbar sind, m\u00fcssen daher Fragen wie diese optimal beantwortet werden:<\/h3>\n<ul>\n<li>Sind die Zeilenanf\u00e4nge b\u00fcndig und sind die Abst\u00e4nde zwischen Buchstaben, W\u00f6rtern und Zeilen optimal und einheitlich?<\/li>\n<li>Sind die Zeilen nicht zu lang, damit das Auge leicht zur n\u00e4chsten Zeile springen kann?<\/li>\n<li>St\u00f6ren Bilder, die in den Text integriert sind, den Lesefluss?<\/li>\n<li>Wird eine Schrift verwendet, deren Buchstaben gen\u00fcgend visuelle Unterscheidungsmerkmale aufweisen?<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Inklusive Gestaltung unter Ber\u00fccksichtigung kognitiver Prozesse<\/h2>\n<p>Im Sinne einer inklusiven Barrierefreiheit ist die Beachtung dieser wahrnehmungspsychologischen Prinzipien \u00e4usserst wichtig, da Menschen mit kognitiven Beeintr\u00e4chtigungen wesentlich empfindlicher auf visuelle St\u00f6rungen reagieren als Personen mit durchschnittlichen kognitiven F\u00e4higkeiten.<\/p>\n<p>Typografische M\u00e4ngel, die auf die Nichtbeachtung der oben genannten Grunds\u00e4tze zur\u00fcckzuf\u00fchren sind, f\u00fchren bei Zielgruppen mit geringer Lesekompetenz sehr schnell zu einem unzureichenden Textverst\u00e4ndnis oder sogar zu einem vollst\u00e4ndigen Leseabbruch. Eine gute Website mit Hilfestellungen f\u00fcr alle, die sich mit Typografie nicht so gut auskennen, bietet vor allem diese preisgekr\u00f6nte Website: <a href=\"https:\/\/leserlich.info\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">leserlich.info<\/a>, die vom Deutschen Sehbehindertenverband getragen wird. Sie demonstriert mit vielen guten Beispielen, wie eine m\u00f6glichst barrierefreie Typografie aussieht.<\/p>\n<p>Die kognitive Verarbeitung wird zudem durch gut strukturierte und kurze S\u00e4tze erleichtert.*<sup>13<\/sup> Wie bereits erw\u00e4hnt, m\u00fcssen wir jeden Satz m\u00f6glichst vollst\u00e4ndig im Arbeitsged\u00e4chtnis speichern, um seine Bedeutung zu verstehen. Je l\u00e4nger S\u00e4tze sind, desto st\u00e4rker wird das Kurzzeitged\u00e4chtnis beansprucht. Texte mit sehr langen S\u00e4tzen k\u00f6nnen daher selbst sehr gute Leser \u00fcberfordern und erm\u00fcden. Bei Menschen mit kognitiven Beeintr\u00e4chtigungen oder geringer Lesekompetenz f\u00fchren sie h\u00e4ufig zum v\u00f6lligen Verst\u00e4ndnisverlust, da die Ged\u00e4chtnisspanne nicht ausreicht, um alle notwendigen Informationen zwischenzuspeichern. Am Satzende stehen die Informationen vom Satzanfang nicht mehr zur Verf\u00fcgung!<\/p>\n<p>Wer mit seinen Inhalten auch diese Menschen erreichen m\u00f6chte, sollte m\u00f6glichst darauf achten, Gedanken und Schlussfolgerungen nicht in Nebens\u00e4tzen zu verschachteln, sondern wenn immer m\u00f6glich in einfachen Haupts\u00e4tzen zu schreiben.<\/p>\n<p>Wer mehr zu diesem Thema erfahren m\u00f6chte, dem empfehle ich meinen Blogbeitrag: <a href=\"https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/leichte-und-einfache-sprache\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Leichte und einfache Sprache<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Quellenangaben:<\/h2>\n<p><strong>*1 \u2013 Neuroplastizit\u00e4t beim Lesenlernen<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Huettig, F., Kolinsky, R., &amp; Lachmann, T. (2018). The culturally co-opted brain: How literacy affects the human mind. Language, Cognition and Neuroscience. https:\/\/www.mpi.nl\/news\/culture-shapes-brain-how-reading-changes-way-we-think<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>*2 \u2013 Kognitive Prozesse zur Zeichenerkennung beim Lesen<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Visueller Cortex, https:\/\/flexikon.doccheck.com\/de\/Visueller_Cortex<\/li>\n<li>Reading Reshapes Stimulus Selectivity in the Visual Word Form Area, Vassiki S. Chauhan, Krystal C. McCook, Alex L. White, eNeuro 12 July 2024, 11 (7) ENEURO.0228-24.2024; DOI: 10.1523\/ENEURO.0228-24.2024 (https:\/\/www.eneuro.org\/content\/11\/7\/ENEURO.0228-24.2024)<\/li>\n<li>Binder, J. R., Frost, J. A., Parmar, M. K., Desai, R. H., &amp; Conant, L. L. (2009). Where is the semantic system? A critical review and meta-analysis of 120 functional neuroimaging studies. *Cerebral Cortex, 19*(12), 2767-2796. [DOI: 10.1093\/cercor\/bhp060] (https:\/\/doi.org\/10.1093\/cercor\/bhp060)<\/li>\n<li>Dehaene, S., &amp; Cohen, L. (2011). The unique role of the visual word form area in reading. *Trends in Cognitive Sciences, 15*(6), 254-262. [DOI: 10.1016\/j.tics.2011.04.003] (https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.tics.2011.04.003)<\/li>\n<li>Siok, W. T., Tan, S. W., Lee, H. C., Perfetti, C. A., &amp; Tan, C. L. (2009). The left fusiform gyrus: a cortical hub for visual word recognition. *Neuropsychologia, 47*(8), 1654-1663. [DOI: 10.1016\/j.neuropsychologia.2009.01.019] (https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.neuropsychologia.2009.01.019)<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>*3 \u2013 20% der Erwachsenen in den Industriel\u00e4ndern haben erhebliche Leseschw\u00e4chen<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>https:\/\/www.zdf.de\/nachrichten\/panorama\/pisa-studie-lesen-rechnen-erwachsene-100.html<\/li>\n<li>https:\/\/www.derstandard.at\/story\/3000000248672\/29-prozent-der-erwachsenen-in-214sterreich-haben-probleme-beim-lesen<\/li>\n<li>OECD Stuide, 10.12.2024 \u2013 https:\/\/www.oecd.org\/en\/publications\/survey-of-adult-skills-2023_3639d1e2-en.html<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>*4 \u2013 Blickbewegungen beim Lesen, die periphere Region wird zur Kontextualisierung benutzt<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Rayner, K. (1998). Eye movements in reading and information processing: 20 years of research. Psychological Bulletin, 124(3), 372\u2013422. [DOI: 10.1037\/0033-2909.124.3.372] (https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/9849112\/)<\/li>\n<li>Radach, R., &amp; Liversedge, S. P. (2009). Dynamic integration of foveal and parafoveal processing during reading. Eye Movement Research, 12(2), 66\u201381. (https:\/\/www.allgemeinepsychologie.uni-wuppertal.de\/fileadmin\/psychologie\/allgemeinepsychologie\/Artikel\/Artikel_Radach\/Redach_Kennedy_Reading_Review_QJEP_2013.pdf)<\/li>\n<li>https:\/\/www.researchgate.net\/publication\/51759936_Parafoveal_processing_in_reading<\/li>\n<li>https:\/\/psycnet.apa.org\/record\/2006-01956-002<\/li>\n<li>https:\/\/link.springer.com\/article\/10.3758\/PBR.17.6.834<\/li>\n<li>https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/10605397\/<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>*5 \u2013 Phonologische Schleife<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Baddeley, A. D., &amp; Hitch, G. J. (1974). Working Memory. In G. A. Bower (Ed.), The Psychology of Learning and Motivation (Vol. 8, pp. 47-89). Academic Press.<\/li>\n<li>Gathercole, S. E., &amp; Baddeley, A. D. (1993). Working memory and language. Psychology Press.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>*6 \u2013 Die tiefere kognitive Verarbeitung von Texten f\u00fchrt dazu, dass sie kritischer bewertet werden als Bilder, die eher peripher verarbeitet werden<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Paivio, A. (1986). Mental Representations: A Dual Coding Approach. Oxford University Press.<\/li>\n<li>Petty, R. E., &amp; Cacioppo, J. T. (1986). The elaboration likelihood model of persuasion. Advances in Experimental Social Psychology, 19, 123-205.<\/li>\n<li>Liu, Y., &amp; Shrum, L. J. (2002). What is interactivity and is it always such a good thing? Implications of definition, person, and situation for the influence of interactivity on advertising effectiveness. Journal of Advertising, 31(4), 53-64.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>*7 \u2013 Ikonische oder semiotische Wortwahrnehmung<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Keller, K.L. (1993) Conceptualizing, Measuring, and Managing Customer-Based Brand Equity. Journal of Marketing, 57, 1-22. http:\/\/dx.doi.org\/10.2307\/1252054<\/li>\n<li>Fog, K., Budtz, C., &amp; Yakaboylu, B. (2005). Storytelling: Branding in Practice.\u2028https:\/\/books.google.ch\/books\/about\/Storytelling.html?id=ZGT6nATg8_YC&amp;redir_esc=y<\/li>\n<li>Chandler, D. (2007). Semiotics: The Basics. Routledge, https:\/\/www.routledge.com\/Semiotics-The-Basics\/Chandler\/p\/book\/9780367726539?srsltid=AfmBOorhfwdYkZ4NssGepv-tGLC8qjSFUKyt16D4cFR53oIiRvtENzrf<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>*8 \u2013 Kurzzeitged\u00e4chtnis, Verarbeitungsgeschwindgkeit und Ged\u00e4chtnispanne<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>https:\/\/dorsch.hogrefe.com\/stichwort\/arbeitsgedaechtnis<\/li>\n<li>https:\/\/www.cognifit.com\/at\/wissenschaft\/kognitive-fahigkeiten\/verarbeitungsgeschwindigkeit<\/li>\n<li>https:\/\/www.pschyrembel.de\/Ged%C3%A4chtnisspanne\/P02LP\/doc<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>*9 \u2013 Parallelen zwischen k\u00fcnstlichen neuronalen Netzen und der neuronalen Verarbeitung im menschlichen Gehirn<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Sejnowski, T. J. (2018). The Deep Learning Revolution. MIT Press.<\/li>\n<li>Yamins, D. L. K., &amp; DiCarlo, J. J. (2016). Using goal-driven deep learning models to understand sensory cortex. Nature Neuroscience, 19(3), 356-365.<\/li>\n<li>Vaswani, A., Shazeer, N., Parmar, N., Uszkoreit, J., Jones, L., Gomez, A. N., &#8230; &amp; Polosukhin, I. (2017). Attention is all you need. Advances in Neural Information Processing Systems, 30, 5998-6008. DOI: 10.48550\/arXiv.1706.03762<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>*10 \u2013 Subitizing:<\/strong> https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41562-023-01709-3<\/p>\n<p><strong>*11 \u2013 Serieller Posiionseffekt:<\/strong> https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Primacy-Recency-Effekt<\/p>\n<p><strong>*12 \u2013 Gestaltgesetze<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gestaltpsychologie<\/li>\n<li>https:\/\/www.smashingmagazine.com\/2014\/03\/design-principles-visual-perception-and-the-principles-of-gestalt\/<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>*13 \u2013 Leitfaden zur guten Verst\u00e4ndlichkeit von Textinformationen<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>https:\/\/www.capito.eu\/app\/uploads\/Sieghart-Angemessene-Kommunikation-mit-leichter-Sprache.pdf<\/li>\n<li>https:\/\/leserlich.info<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Weitere Quellen:<\/h3>\n<ul>\n<li><strong>Visual Space in Parietal Cortex by Intended Eye Movements<\/strong>, Jean-Ren\u00e9 Duhamel et al. (1992) DOI: 10.1126\/science.1553535<\/li>\n<li><strong>Was geschieht im Kopf des Lesers?<\/strong> Schnotz, W. (2006), https:\/\/www.degruyter.com\/document\/doi\/10.1515\/9783110199963.2.222\/html?lang=de&amp;srsltid=AfmBOoop7eh2q8AhaNpfCy7OuJcHg6LqeHsxcwIePTHntTiPB8ckLklT<\/li>\n<li><strong>Connectives and layout as processing signals: How textual features affect students\u2019 processing and text representation, <\/strong>Van Silfhout, G., Evers-Vermeul, J., Mak, W. M., &amp; Sanders, T. J. (2014). Journal of Educational Psychology, 106(4), 1036\u20131048, DOI: https:\/\/psycnet.apa.org\/record\/2014-09572-001<\/li>\n<li><strong>Grundlagen der Gestaltung und ihre Wirkung<\/strong>, Kicinski, M. (2020), https:\/\/www.th-owl.de\/elsa\/download\/3689\/3690\/Bachelorarbeit_Kicinski.pdf<\/li>\n<li><strong>Minimize Cognitive Load to Maximize Usability<\/strong>, Whitenton, K. (2013), https:\/\/www.nngroup.com\/articles\/minimize-cognitive-load\/<\/li>\n<li><strong>Schriftgestaltung und Lesbarkeit<\/strong>, https:\/\/www.mwimmerdesign.de\/corporate-design-branding\/schrift-und-lesbarkeit\/<\/li>\n<li><strong>Leichte Sprache im Spiegel theoretischer und angewandter Forschun<\/strong>g, Bock, Bettina M.\u00a0 (2017), https:\/\/katalog.ub.uni-heidelberg.de\/cgi-bin\/titel.cgi?katkey=68126124&amp;sess=038977261f18b789b30442b03e21b1a9&amp;query=band%3Auw68126160<\/li>\n<\/ul>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein \u00dcberblick \u00fcber die kognitiven Prozesse beim Lesen und warum es manchen schwerer f\u00e4llt als anderen.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"inline_featured_image":false,"footnotes":""},"categories":[71,16,1],"tags":[95,87,85,93,97,89,91],"class_list":["post-1635","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-accessibility","category-user-experience","category-ux-design","tag-design","tag-lesbarkeit","tag-lesen","tag-neurobiologie","tag-typografie","tag-wahrnehmung","tag-wahrnehmungspsychologie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1635","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1635"}],"version-history":[{"count":48,"href":"https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1635\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1737,"href":"https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1635\/revisions\/1737"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1635"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1635"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/thomas-sokolowski.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1635"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}